Eine Dachterrasse schafft aus ungenutzter Dachfläche echten Mehrwert. Je nach Konstruktion und Umfang beginnen die Kosten bei einfachen Varianten im fünfstelligen Bereich und können bei aufwendigen Umbauten deutlich höher liegen. Vor der Umsetzung müssen Statik, Genehmigung, Zugang, Abdichtung und Abstandsflächen geklärt werden.

Bau einer Dachterrasse im Schnelldurchlauf

  • Eine Dachterrasse gilt als bauliche Änderung bzw. Nutzungsänderung der Dachfläche und ist daher genehmigungspflichtig.
  • Die durchschnittliche Größe einer Dachterrasse in Deutschland liegt bei 10 bis 30 m².
  • Flachdächer eignen sich besonders gut für den Bau einer Dachterrasse. Die Kosten beginnen hier häufig im mittleren fünfstelligen Bereich.
  • Bei geneigten Dächern sind umfangreichere Eingriffe in Dachkonstruktion und Tragwerk nötig. Das treibt Aufwand und Kosten deutlich nach oben.

Brauche ich für eine Dachterrasse eine Baugenehmigung?

Egal ob neues Eigenheim oder Nachrüstung Ihres Altbaus: Dachterrassen verändern das Erscheinungsbild von Gebäuden und zählen deshalb als bauliche Änderung. Somit ist für den Bau einer Dachterrasse in Deutschland grundsätzlich eine Baugenehmigung erforderlich. Diese erhalten Sie beim Bauamt Ihrer Stadt oder Gemeinde, entweder direkt vor Ort oder häufig auch über das entsprechende Online-Portal. Ausnahmen gelten für sehr kleine Vorhaben z. B. einfache Begrünungen ohne feste Aufbauten. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Gemeinde nach, ob Sie einen Bauantrag stellen müssen.

 

Eignet sich Ihr Dach für eine Dachterrasse?

Ob sich eine Dachterrasse auf Ihrem Haus realisieren lässt, hängt vor allem von der Dachform und dessen Tragfähigkeit ab. Entscheidend ist, ob die Konstruktion die zusätzliche Last aufnehmen kann und sich statisch anpassen lässt.

Passt der Dachtyp?

Wenn es um den Dachterrassenbau geht, steht das ebene Flachdach ganz vorne, da es vergleichsweise einfacher umzubauen ist. Dennoch sind auch hier meist statische Verstärkungen, Anpassungen am Dachaufbau sowie eine neue Abdichtung erforderlich. Viele Bestandsdächer sind ursprünglich nur für Wartungs- und Schneelasten ausgelegt und müssen für eine Nutzung als Aufenthaltsfläche erst angepasst werden.

Dächer mit Neigung wie Sattel-, Walm- und Mansarddächer sind zwar nicht ausgeschlossen, erfordern aber größere Eingriffe ins Tragwerk und in die Konstruktion. Häufig werden zusätzliche Träger, Aufständerungen oder Plattformkonstruktionen benötigt, um die Lasten einer Terrasse sicher abzutragen.

Übersicht verschiedener Dachtypen

Gut zu wissen: Einige moderne Dachaufbauten wie Scheddächer oder Pultdächer lassen sich überraschend flexibel anpassen, was sie für kleinere Dachterrassen interessant macht. Ein Statiker sagt Ihnen genau, welche baulichen Maßnahmen notwendig sind, um Ihr Dach terrassentauglich zu machen.

Kann Ihr Dach die zusätzliche Last einer Terrasse tragen?

Generell wird die Tragfähigkeit eines Daches in Kilonewton pro Quadratmeter (kN/m²) gemessen. Für Dachterrassen als Aufenthaltsflächen werden in der Regel Nutzlasten von etwa 3 bis 5 kN/m² angesetzt. Ein gefüllter Pflanzenkübel kann schnell 30 bis 50 kg wiegen, eine Outdoor-Lounge weitere 150 bis 200 kg. Belastungsspitzen durch Schnee im Winter oder mehrere Personen gleichzeitig müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Welche Lasten konkret anzusetzen sind, ergibt sich aus den statischen Berechnungen nach Eurocode (DIN EN 1991) und der regionalen Schneelastzone.

Das zeigt, wie wichtig eine professionelle Prüfung durch einen Statiker ist. Dieser prüft, ob Ihre Dachkonstruktion die zusätzlichen Lasten aufnehmen kann oder ob sie – gerade bei Dächern mit Neigung – Umbauten bzw. Verstärkungsbedarf z. B. durch extra Balken und Träger benötigt.

Bei älteren Gebäuden lohnt es sich, die Dachkonstruktion insgesamt zu prüfen. Viele Einfamilienhäuser aus den 1970er- oder 1980er-Jahren haben ungenutztes Potenzial, aber auch bauliche Schwächen, die u. U. im Zuge einer Dachsanierung behoben werden sollten, bevor Sie eine Dachterrasse nachträglich bauen.

Weitere Faktoren für die Eignung Ihres Daches

  • Zugang: Wie erreichen Sie die Dachterrasse? Eine Außentreppe oder eine Dachöffnung mit innenliegender Treppe sind Optionen, die je nach Dachform variieren.
  • Dämmung: Nicht vergessen, dass Dächer eine große Rolle bei der Energieeffizienz eines Hauses spielen. Eine nachträglich gedämmte Terrasse kann langfristig Heizkosten senken.
  • Entwässerung: Regenwasser muss fachgerecht abgeleitet werden, um Schäden an Dach und Fassade zu vermeiden. Dafür sind spezielle Drainagesysteme notwendig.

Was wird geprüft, wenn Sie eine Dachterrasse bauen?

Da die Vorschriften von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind, lohnt sich ein genauer Blick auf die Anforderungen Ihrer Region.

  • Planungsrecht: Geprüft wird die Zulässigkeit nach Bebauungsplan sowie Abstandsflächen, Gebäudehöhe und Auswirkungen auf benachbarte Grundstücke.
  • Statik: Ein nicht ausreichend tragfähiges Dach kann nicht nur zu Bauschäden, sondern auch zu erheblichen Sicherheitsrisiken führen. Ohne ein geprüftes Statikgutachten lehnen Bauämter die Genehmigung für die Dachterrasse ab – und das aus gutem Grund. Die Kosten für ein solches Gutachten liegen zwischen 1.000 und 3.000 €.
  • Abdichtung und Entwässerung: Der Dachaufbau muss dauerhaft dicht sein und Niederschlagswasser sicher ableiten. Grundlage sind u. a. die Abdichtungsregeln nach DIN 18531.
  • Absturzsicherung: Geländer und Umwehrungen müssen den bauordnungsrechtlichen Anforderungen entsprechen. Je nach Absturzhöhe sind Geländerhöhen von etwa 1,0 m bis 1,10 m üblich.
  • Brandschutz: Vor allem in dicht besiedelten Gegenden sind beim Bau einer Dachterrasse zusätzliche Vorschriften zum Brandschutz zu beachten wie bspw. spezielle Baumaterialien oder Rettungswege.
  • Nachbarschaftsrechte: Sie müssen die in Deutschland geltenden Abstandsflächenregelungen beachten, wenn Sie eine Dachterrasse bauen. Diese sind in den jeweiligen Landesbauordnungen festgelegt. In der Regel richtet sich die Abstandsfläche nach der Gebäudehöhe. Ein Mindestabstand von 3 m zur Grundstücksgrenze ist üblich, kann aber je nach Bundesland und Bebauungsplan variieren. Außerdem sind u. U. Sichtschutzwände vorgeschrieben, die die Privatsphäre der Nachbarn wahren.
  • Schallschutz (bei Mehrfamilienhäusern): Bei Dachterrassen über Wohnräumen sind zusätzliche Anforderungen an Trittschall und Nutzungslärm möglich.

Ist der Bau einer Dachterrasse auf der Garage eine gute Idee?

Ja, ein Garagendach kann sich für eine Dachterrasse eignen, wenn Tragfähigkeit, Abdichtung und Entwässerung entsprechend angepasst werden. Viele Garagen sind ursprünglich nur für Wartungs- und Schneelasten ausgelegt und müssen für eine Nutzung als Aufenthaltsfläche verstärkt werden.

Baurechtlich gilt die Nutzung eines Garagendachs als Dachterrasse als genehmigungspflichtige Nutzungsänderung. Zu beachten sind vor allem:

  • statischer Nachweis für die zusätzliche Nutzlast
  • Abstandsflächen und Brandschutz, insbesondere bei Grenzgaragen
  • mögliche Beeinträchtigungen benachbarter Grundstücke

Ohne statische Prüfung und Bauantrag lässt sich eine Dachterrasse auf der Garagemeist nicht umsetzen.

Vielleicht nutzen Sie die Möglichkeit direkt dafür, das Haus mit der Garage zu verbinden?

Vorteile eine Garage am Haus

 

Wie viel kostet der Bau einer Dachterrasse?

Für ein Flachdach mit moderater Ausstattung (20 bis 30 m²) und ohne größere bauliche Eingriffe starten die Kosten für eine Dachterrasse bei ca. 10.000 bis 15.000 €. Umbauten an geneigten Dächern sowie aufwendige Designs kosten dagegen schnell 30.000 € oder mehr.

Die folgenden Angaben dienen als grobe Orientierung für Sie. Am besten holen Sie sich mehrere Kostenvoranschläge von Fachbetrieben ein, um ein realistisches Bild zu erhalten und Preise zu vergleichen.

Kostenfaktor geschätzter Preis
Statikgutachten 1.000 – 3.000 €
Abdichten und Entwässern 5.000 – 10.000 €
Terrassenbelag 50 – 150 €/m²
Zugang (Treppen/Dachausstieg) 3.000 – 10.000 €
zusätzliche Ausstattung
(Terrassenüberdachung, Outdoor-Möbel, Pflanzen etc.)
2.000 – 10.000 €

Gut zu wissen: Ein Dachgarten kann den Beitrag Ihrer Versicherung fürs Haus erhöhen, da sie als zusätzlicher Risikofaktor (z. B. Wasserschäden) gilt.

Wie Sie beim Bau einer Dachterrasse sparen können

Einfache Arbeiten wie das Verlegen des Bodenbelags oder das Zusammenstellen von Möbeln können Sie selbst in Eigenleistung übernehmen, sofern Sie handwerklich geschickt sind. Und bei der Verwendung recycelter Materialien lässt sich zudem einiges sparen. So sind z. B. Holzpaletten oder Natursteine aus Abbruchhäusern eine nachhaltige und preiswerte Alternative.

Vorteile von Dachterrassen sind Lebensqualität, Energieeffizienz und Wertsteigerung

Bau einer Dachterrasse: Fördermöglichkeiten im Detail

Der Bau einer Dachterrasse selbst wird nicht gefördert. Aber wenn im Zuge des Terrassenbaus Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes durchgeführt werden, dann können Förderprogramme des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen werden.

Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit, die im Zusammenhang mit dem Terrassenbau stehen, könnten unter bestimmten Voraussetzungen ebenso förderfähig sein. Hierzu bietet die KfW die Förderung „Altersgerecht umbauen“ an.