Wohnraum scheint immer teurer zu werden. Gefühlt täglich schießen die Immobilienpreise vor allem in den Großstädten weiter nach oben und lassen den Traum vom Eigenheim oder der lukrativen Immobilieninvestition schrittweise in die Ferne rücken. Oder doch nicht?
Tatsächlich hat sich der Markt nach dem Korrekturtief 2023/2024 wieder erholt – in vielen Regionen steigen die Preise bereits moderat. Gleichzeitig bleiben die Finanzierungskosten durch Bauzinsen um die 3,5 bis 4% eine echte Herausforderung für Kaufinteressierte. Was heißt das für Sie? Wir geben Orientierung, klären Trends und helfen Ihnen, eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Wann sinken die Immobilienpreise im Schnelldurchlauf
- Nach einem jahrelangen Höhenflug sind die Immobilienpreise 2023 und 2024 deutlich gesunken – vor allem in ländlichen Regionen und bei unsanierten Bestandsimmobilien.
- 2025 hat sich der Markt erholt: Einfamilienhäuser legten im Jahresvergleich um knapp 3% zu, Eigentumswohnungen um rund 2%.
- Anfang 2026 zeigt sich ein gemischtes Bild: Eigentumswohnungen gaben im Februar leicht nach (–0,6%), während Einfamilienhäuser moderat stiegen (+0,4%).
- Für 2026 prognostizieren LBBW und führende Marktbeobachter ein moderates Preiswachstum von 2–4% – vor allem in gefragten städtischen Lagen.
- Entscheidend bleiben regionale Unterschiede, der energetische Zustand der Immobilie und die individuelle Lebenssituation.
Immobilienpreise in Deutschland: Entwicklung
Die Immobilienpreise in Deutschland gleichen einer wahren Achterbahnfahrt. Auf den Anstieg, der 2022 seinen Höhepunkt erreichte, folgten 2023 und 2024 deutliche Rückgänge. Seit 2025 dreht der Markt wieder, allerdings verläuft die Entwicklung je nach Region und Immobilientyp sehr unterschiedlich:
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Ländliche und strukturschwächere Regionen: Hier setzen sich die Preisrückgänge fort. Besonders Immobilien mit Sanierungsbedarf können sich als echte Schnäppchen erweisen – bergen aber auch Risiken.
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Metropolregionen (z. B. Berlin, Hamburg, Frankfurt): Die Erholung ist spürbar. Energieeffiziente Neubauten in gefragten Lagen legen wieder moderat zu, Bestandsimmobilien holen nach.
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Umland der Metropolen: Nach der Korrektur 2023/2024 ist hier eine leichte Erholung zu beobachten – besonders in gut angebundenen Lagen.
Immobilienpreise: Entwicklung 2023 zu 2022
Immobilienpreise: Entwicklung 2024 zu 2023
Immobilienpreise: Entwicklung 2025 zu 2024 (Jahreswert)
Immobilienpreise: Entwicklung Februar 2026 (Monatswert)
Quellen: GREIX, IfW Kiel, Institut der Deutschen Wirtschaft, Destatis, Schwäbisch Hall EPX (März 2026)
Die Preisnachgaben im Februar 2026 sind kein Alarmsignal, sondern eine normale Schwankung nach der Erholungsbewegung 2025. Experten sehen die Grundrichtung weiter aufwärts – allerdings deutlich verhaltener als in den Boomjahren vor 2022.
Experteninterview zum Immobilienmarkt 2026
Im Video spricht Marco Hoffmann von Real Estate Pilot über die Bewegungen am aktuellen Immobilienmarkt in Deutschland. Wie entwickeln sich diese Trends künftig weiter?
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Mehr InformationenRegionale Unterschiede: Wo es einen Abwärtstrend gibt
Die Immobilienpreisentwicklung verläuft nicht einheitlich. Preisrückgänge zeigen sich aktuell vor allem in:
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Ländlichen Regionen mit hoher Leerstandsquote, bspw. in Teilen Sachsen-Anhalts, des Saarlands und Oberfrankens.
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Mittelgroßen Städten mit schrumpfender Bevölkerung, z. B. Wuppertal, Chemnitz oder Kaiserslautern.
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Altbau-lastigen Stadtteilen ohne Modernisierungen, wo Sanierungsstau und hohe Energiepreise auf das Kaufinteresse drücken.
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C- und D-Lagen in strukturschwachen Regionen: Hier warnen aktuelle Analysen sogar vor einem weiteren spürbaren Preisrückgang von bis zu 10% in den nächsten Jahren.
Wer in wenig gefragten Lagen investiert, kann aktuell Schnäppchen machen und sich u. U. gar ein Haus für 200.000 € sichern. Man sollte aber genau prüfen, ob die Immobilie in ein nachhaltiges Umfeld eingebettet ist. Langfristige Wertentwicklung ist kein Selbstläufer, sondern hängt von Lagequalität, Zustand und regionaler Entwicklung ab.
Werden die Immobilienpreise 2026 steigen oder sinken? Eine Prognose
Verschiedene Studien und Marktanalysen kommen zu ähnlichen Einschätzungen:
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LBBW und onOffice prognostizieren für 2026 ein moderates Preiswachstum von 2–4% in urbanen Zentren und wirtschaftsstarken Regionen.
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Schwäbisch Hall meldet für den Jahresbeginn 2026 eine kurzfristige Verschnaufpause – die grundlegende Erholung sei aber intakt.
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Der Postbank Wohnatlas prognostiziert für den Zeitraum bis 2035 einen durchschnittlichen jährlichen Preisanstieg von 0,4% für Eigentumswohnungen im Bestand – mit extremen regionalen Unterschieden.
| Region | Prognose 2026 |
|---|---|
| Berlin, München, Hamburg, Frankfurt | Moderater Preisanstieg, Nachfragedruck hoch |
| Umland der Metropolen | Leichte Erholung nach Korrektur 2023/2024 |
| Mittelstädte mit stabiler Wirtschaft | Seitwärtsbewegung bis leichtes Plus |
| C- und D-Lagen, strukturschwache Regionen | Weiter rückläufig, Risiko weiterer Verluste |
Droht 2026 ein Einbruch durch auslaufende Finanzierungen?
Ein viel diskutiertes Thema: Viele Immobilienkäufer, die 2015–2017 zu Niedrigzinsen um 1% finanziert haben, müssen jetzt ihre Anschlussfinanzierung zu Zinsen um 3,5–4% abschließen. Für einen Teil von ihnen wird das zur finanziellen Belastungsprobe – und könnte einzelne zum Verkauf zwingen.
Marktexperten erwarten dadurch ein leicht steigendes Angebot in bestimmten Segmenten, aber keinen flächendeckenden Preiseinbruch: Die Nachfrage – vor allem in den Städten – ist schlicht zu hoch, und der Wohnungsbau kommt mit erwarteten 185.000 Fertigstellungen 2026 bei weitem nicht an den tatsächlichen Bedarf heran.
Anstieg, Einfall, Stagnierung – was beeinflusst die weitere Entwicklung?
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Zinsentwicklung: Bauzinsen bewegen sich 2026 seitwärts um 3,5–4%. Weitere EZB-Senkungen könnten Bewegung bringen – aktuell ist das aber nicht das Basisszenario.
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Inflation & Kaufkraft: Die allgemeine Preisentwicklung beeinflusst, wie viel Haushalte für Wohneigentum ausgeben können.
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Bautätigkeit & Angebot: Der Wohnungsbau stagniert auf historisch niedrigem Niveau. Langfristig treibt das die Preise – besonders in Städten.
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Energieeffizienz: Immobilien mit schlechter Energiebilanz verlieren weiter an Attraktivität. Sanierungspflichten drücken auf den Markt für unsanierte Bestände.
| Entwicklung/Faktor | Chancen & Risiken |
|---|---|
| Preisrückgänge in C/D-Lagen | Chance: Günstiger Einstieg für Selbstnutzer. Risiko: Wertverlust, schwieriger Wiederverkauf |
| Moderater Preisanstieg in Metropolen | Chance: Wertsteigerung für Eigentümer. Risiko: Höhere Einstiegspreise, erschwerte Finanzierung |
| Energieeffiziente Objekte stabil gefragt | Chance: Werthaltigkeit, hohe Nachfrage. Risiko: Höhere Kosten ohne Modernisierungsbudget |
| Seitwärts-Bauzinsen 2026 | Chance: Planbarkeit der Finanzierung. Risiko: Keine deutliche Entlastung in Sicht |
| Auslaufende Niedrigzins-Finanzierungen | Chance: Leicht steigendes Angebot. Risiko: Einzelne Preisdrücker in betroffenen Segmenten |
Immobilie jetzt kaufen oder auf bessere Preise warten? Unser Fazit
Der deutsche Immobilienmarkt 2026 zeigt sich nach turbulenten Jahren wieder stabiler – aber die Erholung ist regional und nach Immobilientyp sehr unterschiedlich. In gefragten Städten und bei energieeffizienten Neubauten sind die Preise bereits wieder gestiegen: Wer hier die passende Immobilie findet und die Finanzierung solide aufstellen kann, sollte nicht zu lange zögern. In ländlichen oder strukturschwächeren Regionen sowie bei Bestandsimmobilien mit Sanierungsbedarf sind dagegen weitere Preisrückgänge oder eine längere Seitwärtsbewegung möglich.
Wichtig ist jetzt, die eigene Lebenssituation, das Budget und die regionalen Marktbedingungen abzuwägen. Nutzen Sie unsere Tools und Beratung, um individuell zu entscheiden, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für Sie ist.
Unsere Tipps:
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Wer eine Immobilie in einer begehrten Lage oder mit hoher Energieeffizienz findet und langfristig finanzieren kann, sollte nicht zu lange zögern.
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Für diejenigen, die in Erwägung ziehen, in naher Zukunft eine Immobilie zu erwerben, könnte jetzt der richtige Zeitpunkt sein, den Markt zu sondieren.
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Wenn Sie noch unsicher sind: Beobachten Sie Markt- und Zinsentwicklungen regelmäßig. Die Fenster für gute Einstiegspreise öffnen und schließen sich schnell.
Wie immer ist es ratsam, eine Baufinanzierungsberatung in Anspruch zu nehmen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Der Traum von den eigenen vier Wänden bleibt erreichbar – bloß die Landschaft hat sich verändert. Deshalb bedarf es einer klugen Vorgehensweise, um den besten Weg zur Traumimmobilie zu finden.
Checkliste Kaufen vs. Abwarten: Bin ich bereit für den Kauf?
Finanzielle Voraussetzungen
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Habe ich mindestens 15–20% Eigenkapital für den Kaufpreis und die Kaufnebenkosten (Notar, Grunderwerbsteuer, Makler)?
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Ist meine monatliche Belastung durch Zins und Tilgung langfristig tragbar (Faustregel: max. 30–35% des Haushaltsnettoeinkommens)?
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Habe ich einen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben (z. B. Reparaturen, Jobwechsel)?
Finanzierungsmöglichkeiten
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Habe ich bereits Finanzierungsangebote eingeholt und die aktuellen Bauzinsen verglichen?
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Ist meine Bonität ausreichend für die gewünschte Finanzierung?
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Habe ich Fördermöglichkeiten (z. B. KfW, regionale Programme) geprüft?
Immobilienangebot
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Gibt es passende Immobilien in meiner Wunschregion und Preisklasse?
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Entspricht die Immobilie meinen Anforderungen (Lage, Größe, Zustand, Energieeffizienz)?
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Habe ich den Zustand und etwaigen Sanierungsbedarf fachkundig prüfen lassen?
Persönliche Lebenssituation
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Plane ich, mindestens die nächsten 10 Jahre am Standort zu bleiben?
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Ist meine berufliche und familiäre Situation stabil?
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Bin ich bereit, Verantwortung für Instandhaltung und Verwaltung zu übernehmen?
Marktentwicklung und Timing
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Wie entwickeln sich die Preise in meiner Zielregion und für meinen Immobilientyp aktuell?
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Sind die Bauzinsen aktuell attraktiv oder ist mit weiteren Senkungen zu rechnen?
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Gibt es Anzeichen für eine Verschärfung des Wohnraummangels oder neue Förderprogramme?
Haben Sie die Fragen überwiegend mit „Ja“ beantwortet?
Kauf prüfen: Sie sind gut vorbereitet. Prüfen Sie jetzt konkrete Angebote und sichern Sie sich einen individuellen Finanzierungsvorschlag.
Haben Sie Zweifel bei Finanzierung, Lebenssituation oder Immobilienangebot?
Abwarten oder flexibel bleiben: Beobachten Sie den Markt weiter, optimieren Sie Ihre Finanzierung und nutzen Sie die Zeit, um Eigenkapital aufzubauen oder gezielt nach passenden Objekten zu suchen.
FAQ: Diese Fragen sind wichtig
Wann sinken die Immobilienpreise wieder?
Ein flächendeckender Preisrückgang ist 2026 nicht zu erwarten. In C- und D-Lagen sowie bei unsanierten Altbauten können die Preise weiter nachgeben. In Metropolen und wirtschaftsstarken Regionen zeigt die Tendenz hingegen moderat nach oben. Ein deutlicher Rückgang wäre nur bei einem starken Zinsanstieg oder einer Rezession realistisch – beides ist aktuell nicht das Basisszenario.
Lohnt es sich 2026, ein Haus zu kaufen?
Für Selbstnutzer mit solider Finanzierung und langfristiger Perspektive: ja. Wer die nächsten zehn Jahre am Standort bleibt, profitiert von Wertstabilität und spart Miete. Für kurzfristige Investoren in schwachen Lagen ist dagegen Vorsicht geboten. Entscheidend ist immer die individuelle Situation – eine Baufinanzierungsberatung hilft, die eigene Ausgangslage realistisch einzuschätzen.
Wie stark sind die Bauzinsen 2026?
Die Bauzinsen für 10-jährige Darlehen bewegen sich Anfang 2026 seitwärts im Bereich von 3,5 bis 4%. Weitere EZB-Zinssenkungen sind möglich, aber nicht sicher. Wer heute finanziert, sollte sich nicht auf deutlich sinkende Zinsen verlassen – sondern die aktuelle Rate als Planungsgrundlage nehmen.
Zuletzt aktualisiert: März 2026



