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Ist ein Haus für 200.000 € realistisch oder nicht?

Low-Budget-Häuser: Wo reichen 200k?

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Ist ein Haus für 200.000 € realistisch? So klappt's
14:51

Ein Haus für 200.000 € ist 2026 nur noch unter bestimmten Bedingungen realistisch. Grundstückspreise, Baukosten und Ausstattung machen das Budget schnell knapp. Wer flexibel bei Lage und Ausstattung ist und mögliche Förderungen nutzt, kann das Budget trotzdem sinnvoll einsetzen. Mit alternativen Bauweisen, Eigenleistung und einer durchdachten Finanzierung lässt sich der Traum vom günstigen Eigenheim dennoch verwirklichen.

Haus für 200.000 € im Schnelldurchlauf

  • 200.000 € für ein Haus reichen in ländlichen Regionen oder bei alternativen Bauweisen unter Umständen, aber nicht in Großstädten.
  • Baukosten, Grundstückspreise und Nebenkosten treiben das Budget oft weit über 200.000 €.
  • Tiny Houses, einfache Fertighäuser oder renovierungsbedürftige Immobilien können echte Optionen im Preisrahmen sein.
  • Realistisch bleiben: Ein Haus für 200.000 € ist kein Luxusprojekt, sondern verlangt Kompromisse.

Warum ein Haus für 200.000 € so polarisiert

Für einige sind 200.000 € ein greifbares Budget und die Chance auf ein Eigenheim, während es für andere schlicht unrealistisch ist. Immobilienpreise variieren stark, das ist allen bewusst. In Zeiten steigender Baukosten und hoher Nachfrage gilt diese Summe vielerorts nicht mehr als ausreichend. Dennoch steht sie für viele Menschen symbolisch für ein bezahlbares Eigenheim.

Besonders in ländlichen Regionen oder bei alternativen Bauweisen ist ein Haus in diesem Preisrahmen denkbar – in Großstädten hingegen kaum realistisch. Für Durchschnittsverdiener bleibt 200.000 € für ein Haus eine Art Schwellenwert: Die Summe spiegelt den Wunsch wider, Eigentum zu schaffen, ohne sich finanziell zu übernehmen. Gleichzeitig zeigt sie die Notwendigkeit, realistische Erwartungen an Lage, Größe und Ausstattung eines Hauses zu haben.

Doch was bedeutet diese symbolische Summe konkret in der Praxis? Ein Blick auf aktuelle Immobilienpreise und Baukosten zeigt, wie unterschiedlich die Chancen verteilt sind.

Ist ein Haus für 200.000 € realistisch?

Im Video geht unser Experte von Wohnen und Finanzieren Daniel Korth genauer auf die Frage ein und erklärt, was möglich ist.

Die Immobilienpreise in Deutschland variieren enorm. Die größte Rolle spielt dabei die Lage: In ländlichen Regionen wie dem thüringischen Altenburger Land sind Preise von 1.000–1.300 €/m² möglich. In Metropolen wie München sind dagegen sogar Eigentumswohnungen oft unerschwinglich. Ein freistehendes Einfamilienhaus kann hier schnell 1.600.000 € oder mehr kosten.

Auch die Baukosten haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht.

  • 2023 lagen die Durchschnittskosten für schlüsselfertige Neubauten bei 2.500–3.500 €/m²
  • 2025 sind die Durchschnittskosten auf ca. 3.300–3.800 €/m² gestiegen
  • Mit Blick auf den Häuserpreisindex werden die Kosten auch 2026 weiter steigen

Für ein kleines Haus von 80 m² ergeben sich so aktuell Baukosten zwischen 264.000 und 304.000 € – ohne Grundstück wohlgemerkt. Wer also von einem großzügigen Neubau nahe einer Stadt träumt, kommt mit 200.000 € für ein Haus nicht weit.

Grundstück beim Hausbau nicht vergessen

Grundstückspreise liegen bundesweit im Schnitt zwischen 250–260 €/m², in Großstädten wie Frankfurt oder Düsseldorf oft weit darüber.

Zusätzlich fallen beim Kauf eines Grundstücks wie beim Immobilienerwerb Kaufnebenkosten an. Dazu gehören Grunderwerbsteuer, Notar- und Maklerkosten sowie die Kosten für das Grundbuchamt (Eintragungen wie Auflassungsvormerkung, Grundschuld, Eigentumsumschrift). Rechnen Sie für alles zusammen mit etwa 10 bis 15 % des Kaufpreises.

Wo sind Immobilien in Deutschland am günstigsten?

Nur weil die Durchschnittskosten für ein Haus schnell bei mehr als 200.000 € liegen, heißt das nicht, dass es völlig unmöglich ist. Die nachfolgende Tabelle zeigt, in welchen 30 deutschen Landkreisen Immobilien am günstigsten sind. Die Daten beziehen sich explizit auf Ein- und Zweifamilienhäuser.

Top-25 Landkreise mit den niedrigsten Immobilienkaufpreisen 

In den günstigsten deutschen Landkreisen können Sie ein Haus für 200.000 € kaufen.

Landkreis (Bundesland) Kaufpreis (€/m²)
Greiz (Thüringen) 1.133
Altenburger Land (Thüringen) 1.179
Saale-Orla-Kreis (Thüringen) 1.190
Vogtlandkreis (Sachsen) 1.196
Erzgebirgskreis (Sachsen) 1.208
Elbe-Elster (Brandenburg) 1.224
Görlitz (Sachsen) 1.226
Unstrut-Hainich-Kreis (Thüringen) 1.243
Saalfeld-Rudolstadt (Thüringen) 1.254
Gera (Thüringen) 1.265
Kyffhäuserkreis (Thüringen) 1.289
Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt) 1.297
Zwickau (Sachsen) 1.307
Salzlandkreis (Sachsen-Anhalt) 1.314
Holzminden (Niedersachsen) 1.385
Wittenberg (Sachsen-Anhalt) 1.387
Hildburghausen (Thüringen) 1.387
Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) 1.403
Werra-Meißner-Kreis (Hessen) 1.408
Eichsfeld (Thüringen) 1.410
Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt) 1.420
Sonneberg (Thüringen) 1.420
Schmalkalden-Meiningen (Thüringen) 1.420
Anhalt-Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) 1.441
Mittelsachsen (Sachsen) 1.450

Quelle: empirica, Von Poll Immobilien (2025)

Wieviel Eigenkapital bei 200.000 € Kredit ist notwendig?

Eigenkapital spielt eine zentrale Rolle bei der Baufinanzierung – es senkt die monatlichen Raten und verbessert die Konditionen. Doch wie viel Eigenkapital brauchen Sie für ein Haus im Wert von 200.000 €?

Eigenkapital für 200.000 € Kredit

Banken empfehlen, mindestens 20% des Kaufpreises als Eigenkapital einzusetzen. Bei einem Hauspreis von 200.000 € wären das rund 40.000 €. Die Kaufnebenkosten – etwa Grunderwerbsteuer, Notar‑ und Grundbuchkosten sowie eine mögliche Maklerprovision – betragen je nach Bundesland etwa 8 bis 12% des Kaufpreises und sollten idealerweise vollständig aus Eigenkapital bezahlt werden. Insgesamt ist damit ein Eigenkapitalanteil von rund 60.000 bis 70.000 € für besonders gute Konditionen optimal.

Förderprogramme wie KfW-Darlehen oder regionale Zuschüsse helfen, den Finanzierungsaufwand zu senken, können jedoch die Eigenkapitalanforderung nicht komplett ersetzen. Eine 110-%-Finanzierung (sprich die Vollfinanzierung des Kaufpreises und der Nebenkosten für Käufer ohne Eigenkapital) ist indes nur in Ausnahmefällen realisierbar. Banken bevorzugen hierbei Gutverdiener mit einem sehr sicheren Arbeitsplatz. So ist der Hauskauf für Beamte ohne Eigenkapital realistischer als für einen Arbeitnehmenden in der freien Wirtschaft.

Wie lange zahlt man 200.000 € ab für einen Immobilienkredit?

Wie lange es dauert, einen Hauskredit von 200.000 € abzuzahlen, hängt v. a. von den folgenden drei Faktoren ab:

Beispielrechnung: 200.000 € Kredit fürs Haus abbezahlen

Bei einem Zinssatz von 3 % und einer Tilgungsrate von 2 % ergibt sich eine monatliche Rate von etwa 833 €. Unter diesen Bedingungen wäre der Kredit in rund 27 Jahren vollständig abbezahlt. Erhöhen Sie die Tilgung auf 3 %, steigt die monatliche Rate auf etwa 1.000 € und die Laufzeit verkürzt sich auf rund 21 Jahre.

Übrigens: Sie können Ihre individuelle Situation ganz einfach in unserem Baufinanzierungsrechner kalkulieren.

Wichtiger Faktor

Erklärung

Zinssatz

Jeder Prozentpunkt mehr oder weniger wirkt sich deutlich auf die Kosten aus. Ein Unterschied von 1 % kann über die Laufzeit mehrere Tausend Euro ausmachen.

Tilgungsrate

Eine höhere Tilgung führt zu einer schnelleren Abzahlung, aber auch zu einer größeren monatlichen Belastung.

Flexibilität

Viele Banken bieten Sondertilgungen an, mit denen Sie Ihre Laufzeit weiter verkürzen können.

Planen Sie die monatliche Rate so, dass sie 30 bis 40 % Ihres Nettohaushaltseinkommens nicht übersteigt – bei 3.000 € netto also etwa 900 € bis 1.200 €. Damit bleibt genug finanzieller Spielraum für unerwartete Ausgaben – falls einmal das Auto kaputt geht oder eine ungeplante Reise angetreten werden muss.

Low-Budget-Haus: Machbar oder Illusion?

Wenn Sie sich fragen, ob der Hausbau für 200.000 € schlüsselfertig realistisch ist, sollten Sie vor allen Dingen ehrlich kalkulieren. Ein großzügiges Haus wird – gerade in gefragten Metropolregionen – realistischerweise ein Vielfaches von diesem Betrag kosten. Wer aber in Bezug auf die Größe und vor allem in Bezug auf die Lage bereit ist, Kompromisse einzugehen, der wird u. U. bereits für 200.000 € fündig, gerade dann, wenn Sie etwa viel Eigenarbeit einbringen, längere Fahrzeiten akzeptieren und auf Luxus bei der Ausstattung verzichten.

Haus für 200.000 € – Realistische Szenarien

Nachfolgend hat Wohnen und Finanzieren Ihnen drei praxisorientierte Szenarien zusammengestellt. In diesen Fällen ist ein Haus für 200.000 € möglich.

Szenario 1: Bungalow auf dem Land

In strukturschwachen Gebieten, wo Grundstücke unter 50 €/m² kosten, kann ein einfacher Bungalow mit 70–80 m² bei sehr einfacher Ausstattung und Eigenleistung in Richtung 200.000 € Gesamtbudget rücken. Ein Grundstück von 500 m² für 25.000 € lässt 175.000 € für Bau- und Nebenkosten übrig.

Einschränkungen: Geringere Ausstattungsqualität, keine besonderen Energieeffizienzstandards und die Infrastruktur (z. B. Schulen, Verkehrsanbindung) könnte eingeschränkt sein.

Szenario 2: Tiny House

Ein hochwertiges Tiny House mit nachhaltiger Ausstattung kostet zwischen 70.000 und 120.000 €. Ein dazugehöriges kleines Grundstück in ländlicher Lage könnte für 30.000 bis 50.000 € erworben werden.

Einschränkungen: In Ballungsräumen steigen Grundstückspreise oft über 500 €/m². Kosten für Erschließung, Fundament, Anschluss und ggf. Stellplatzrecht können ebenfalls anfallen und den Gesamtpreis leicht über 200.000 € schieben. Tiny Houses sind zudem meist auf maximal zwei Personen ausgelegt und erfordern einen minimalistischen Lebensstil.

Szenario 3: Renovierungsobjekt mit Eigenleistung

In Regionen wie dem Kyffhäuserkreis in Thüringen sind renovierungsbedürftige Häuser ab 120.000 € zu erwerben. Die verbleibenden 80.000 € können – je nach Zustand und Größe der Immobilie – für grundlegende Sanierungsmaßnahmen wie einen Heizungstausch, Elektroinstallationen, neue Fenster oder eine Teilmodernisierung ausreichen. Bei größeren oder umfassenderen Projekten sind jedoch höhere Budgets erforderlich.

Einschränkungen: Hoher Zeit- und Arbeitsaufwand, mögliche Überraschungen bei der Bausubstanz und selten in zentralen Lagen verfügbar.

Ein Haus für 200.000 €: So reduzieren Sie die Kosten

Die Kosten für den Bau oder Kauf eines Hauses zu reduzieren, erfordert Kreativität und Planung. Hier sind drei Ansätze, wie Sie Ihr Budget von 200.000 € optimal nutzen können:

  • Alternative Bauweisen wählen
    Modulhäuser und Containerhäuser sind nach wie vor günstiger als klassische Massivhäuser. Für ein schlüsselfertiges Modulhaus mit rund 80 m² Wohnfläche sollten Sie je nach Anbieter und Ausstattung aktuell mit 170.000 bis 200.000 € rechnen – Grundstückskosten kommen zusätzlich hinzu. Tiny Houses sind mit 70.000 bis 120.000 € eine erschwingliche Alternative, erfordern aber einen minimalistischen Lebensstil.
  • Eigenleistung einbringen
    Wer handwerklich geschickt ist, kann durch Eigenarbeit bis zu 15 % der Baukosten sparen. Beliebte DIY-Projekte sind: das Verlegen von Bodenbelägen, das Streichen von Wänden oder Garten- und andere Arbeiten der Außenanlage beim Haus. Achten Sie darauf, dass Eigenleistung gut geplant ist, um unnötige Verzögerungen Ihres Projekts zu vermeiden.
  • Fördermittel nutzen
    KfW-Darlehen und regionale Zuschüsse bieten attraktive Möglichkeiten zur Kostenreduktion. Besonders energieeffiziente Neubauten werden gefördert, mit Zuschüssen von bis zu 20.000 €. Informieren Sie sich frühzeitig, welche Programme für Sie infrage kommen und berücksichtigen Sie die Voraussetzungen in Ihrer Planung.

Lassen Sie sich bei der Planung im Zuge einer unabhängigen Baufinanzierungsberatung unterstützen, um Einsparpotenziale zu erkennen und die Baukosten im Griff zu behalten.

Unser Fazit: Hauskauf mit 200.000 € – möglich, aber nicht überall

Einen Hauskauf für 200.000 € zu realisieren, erfordert eine genaue Planung, klare Prioritäten und Kompromissbereitschaft. Während in ländlichen Regionen und bei alternativen Bauweisen wie Tiny Houses oder Modulhäusern realistische Chancen bestehen, ist dieses Budget in Großstädten oder für größere Neubauten meist nicht ausreichend.

Die drei wichtigsten Faktoren, die über die Realisierbarkeit entscheiden, sind:

  1. Die Lage (Ländliche Regionen bieten oft deutlich günstigere Grundstücks- und Immobilienpreise.)
  2. Die Bauweise (Alternative Konzepte wie Containerhäuser oder renovierungsbedürftige Altbauten bieten Potenziale, die Kosten zu senken.)
  3. Die Finanzierung (Durch ausreichend Eigenkapital und einer klugen Finanzplanung lassen sich nämlich bessere Konditionen erzielen, was Sie langfristig enorm entlastet.)

Mit einer Kombination aus Eigenleistung, Fördermitteln und einem bewussten Umgang mit Ihrem Budget können Sie Ihren Traum vom Eigenheim trotzdem verwirklichen – allerdings oft in kleinerem Maßstab und abseits der Metropolen.

Ellen Schanz

Ellen Schanz

Ellen Schanz betreut seit Mai 2021 gemeinsam mit ihren Kollegen im Produktmanagement die Produktanbieter, mit denen Starpool zusammenarbeitet. Den Hypoport-Konzern kennt Sie seit 2008 und bringt seit 2013 ihr Wissen im Starpool ein. Nach ihrer Ausbildung zur Bankkaufrau ist sie direkt im Bereich Baufinanzierung eingestiegen und konnte sich dort in allen Bereichen umfangreiches Wissen aneignen. Im Starpool Produktmanagement verantwortet Ellen einen Teil der überregionalen Großbanken und die regionalen Produktanbieter im Südwesten Deutschlands.

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