Energie wird immer teurer. Der Klimawandel zwingt uns zu mehr Nachhaltigkeit. Wer in seinem Zuhause energieeffizienter werden will, steht oft vor der Frage, wo er oder sie mit der Umsetzung anfangen soll. Hier setzt die Energieberatung an. Eine qualifizierte Energieberatung kann Ihnen helfen, den Energieverbrauch Ihres Hauses zu analysieren, Einsparpotenziale zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zur energetischen Sanierung umzusetzen.

Was macht ein Energieberater?

Experten wie diese geben eine Energieberatung und Energieeffizienzberatung. Während die Energieberatung für Wohngebäude allgemeine Tipps zur Energieeinsparung und der Verwendung von erneuerbaren Energien vorschlägt, geht es bei der Energieeffizienzberatung um spezifischere Maßnahmen. Sie zielen darauf ab, den Energieverbrauch eines Hauses zu analysieren und daraus Ratschläge zur Energiesenkung abzuleiten.

In Deutschland hat die Energieberatung etwa in den 1990er-Jahren an Bedeutung gewonnen. Damals stiegen die Energiepreise und die Verbraucher setzten vermehrt Wert auf den Klimaschutz. Inzwischen haben gesetzliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Förderprogramme von BAFA und KfW den Bedarf an Energieberatern zusätzlich erhöht. Bei einigen dieser Förderprogramme für die Sanierungsmaßnahmen kann das Heranziehen eines Energieberaters auch bei Ein- und Zweifamilienhäusern Pflicht sein.

Die Energieberatung ist stets maßgeschneidert, denn jedes Gebäude ist anders. Allerdings lässt sie sich grob in Altbau und Neubau unterscheiden. Bei älteren Bauten konzentriert sich der Berater bzw. die Beraterin auf Sanierung und Modernisierung. Dazu gehört bspw. der Austausch alter Fenster oder die Optimierung der Heizungsanlage. Suchen Sie im Rahmen des Hausbaus einen Energieberater auf, geht es darum, von Beginn an eine hohe Energieeffizienz sicherzustellen. Das geschieht unter anderem durch eine effiziente Gebäudehülle und den Einsatz erneuerbarer Energien für Ihre Elektroinstallationen im und ums Haus.

Ob altes Haus oder Neubau: Der Energieberater ermittelt zunächst den Ist-Zustand des Gebäudes, führt Berechnungen durch und erstellt einen individuellen Sanierungsfahrplan. Dieser enthält konkrete Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs unter Berücksichtigung von Fördermöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit. Am besten ist es, wenn er bei seiner Vor-Ort-Beratung herstellerneutral arbeitet und sich an den spezifischen Bedürfnissen sowie finanziellen Möglichkeiten des Kunden orientiert.

Experteninterview mit einem Energieberater

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Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP): Ihr Fahrplan zur effizienten Sanierung

Wer eine staatlich geförderte Energieberatung in Anspruch nimmt, erhält am Ende kein loses Maßnahmenbündel – sondern ein strukturiertes Dokument, das die Bundesregierung seit 2021 als individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) standardisiert hat. Das klingt bürokratischer, als es ist.

Der iSFP legt fest, in welcher Reihenfolge Sie Ihr Gebäude schrittweise energetisch optimieren – so dass jede Maßnahme auf die nächste aufbaut und nichts doppelt gemacht werden muss. Wer zum Beispiel zuerst das Dach dämmt und danach die Heizung austauscht, kann die Heizung kleiner dimensionieren – weil das Haus weniger Wärme verliert. Ohne iSFP passiert genau das oft nicht.

Warum lohnt sich der iSFP finanziell?

Wer einzelne Sanierungsmaßnahmen auf Basis eines gültigen iSFP umsetzt, erhält einen Bonus von 5% auf die BAFA-Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Dieser Bonus gilt pro Maßnahme – und kann sich über mehrere Jahre summieren.

Der iSFP ist fester Bestandteil der BAFA-geförderten Energieberatung für Wohngebäude. Er wird vom Energieberater erstellt und Ihnen nach Abschluss der Beratung übergeben.

Energieberatung oder Energieausweis – was ist der Unterschied?

Diese Frage stellen sich viele – und das zu Recht, denn beide Begriffe klingen ähnlich und haben doch wenig miteinander zu tun.

Der Energieausweis ist ein standardisiertes Dokument, das den energetischen Zustand eines Gebäudes auf einer Skala von A+ bis H abbildet. Er ist beim Verkauf oder Neuvermietung von Immobilien gesetzlich vorgeschrieben und kostet je nach Aussteller zwischen 50 und 500 €. Er sagt Ihnen, wo Sie stehen – nicht, was Sie tun sollen.

Die Energieberatung geht weit darüber hinaus: Ein qualifizierter Energieberater analysiert Ihr Gebäude vor Ort, berechnet Einsparpotenziale, empfiehlt konkrete Maßnahmen, nennt Kosten und hilft Ihnen, Förderprogramme zu beantragen. Das Ergebnis ist kein Dokument für die Schublade, sondern ein Fahrplan für die nächsten Jahre.

Kurz gesagt: Der Energieausweis beschreibt den Ist-Zustand. Die Energieberatung zeigt den Weg zur Verbesserung.

Wann brauche ich einen Energieberater?

Eine Energieberatung ist in verschiedenen Situationen sinnvoll:

  • Planung eines Neubaus (nachhaltige Energieeffizienzklasse im Energieausweis angestrebt)
  • Sanierung und Modernisierung eines Altbaus
  • Wunsch nach Energiesparen und folglich Senkung der Energiekosten
  • Erfüllung gesetzlicher Vorgaben zur Sanierungspflicht
  • Nutzung staatlicher Förderprogramme

Zur Identifizierung von Schwachstellen und Einsparpotenzialen in Ihrem Haushalt ist eine Energieberatung ebenfalls empfehlenswert. Der Berater zeigt auf, wie gesetzliche Vorgaben erfüllt und staatliche Förderprogramme genutzt werden können.

 

Je früher Sie einen Energieberater einbinden, desto größer ist der Nutzen seiner Expertise. Bei Neubauten idealerweise schon in der Planungsphase, bei Altbauten vor größeren Sanierungen oder dem Austausch von Fenstern oder Heizung. So vermeiden Sie Fehlinvestitionen und alle Maßnahmen lassen sich optimal aufeinander abstimmen. Der individuelle Sanierungsfahrplan dient Ihnen dann als zuverlässiger Leitfaden für die schrittweise energetische Optimierung des Gebäudes.

Was kostet eine qualifizierte Energieberatung für ein Einfamilienhaus?

Die Kosten einer Energieberatung hängen von Umfang, Größe und Zustand des Hauses sowie Art der empfohlenen Maßnahmen ab. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegt das Honorar für eine umfassende Beratung inklusive Sanierungsfahrplan meist zwischen 500 und 1.500 €. Der Zeitaufwand für Bestandsaufnahme und Komplexität der Berechnungen beeinflusst die Kosten der Fachplanung entscheidend. Beachtenswert ist dabei, dass ein sanierungsbedürftiger Altbau mehr Beratungsaufwand als ein Neubau erfordert. Auch Qualifikation und Erfahrung des Energieberaters können sich auf das Honorar auswirken.

So wird Ihre Energieberatung gefördert

Die gute Nachricht: Den Löwenanteil der Beratungskosten übernimmt in vielen Fällen der Staat. Die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) fördert die Energieberatung für Wohngebäude mit bis zu 80% der förderfähigen Kosten – das sind:

⚠️ Wichtig: Den Förderantrag müssen Sie vor Beauftragung des Energieberaters stellen. Eine nachträgliche Förderung ist ausgeschlossen. Der Berater muss außerdem in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes (energie-effizienz-experten.de) gelistet sein.Zusätzlich zur BAFA-Förderung haben viele Bundesländer und Kommunen eigene Fördertöpfe für die Energieberatung. Es lohnt sich, vor der Beauftragung auch bei der zuständigen Energieagentur Ihres Bundeslandes nachzufragen.

 

Gebäudetyp Max. Förderung
Ein- und Zweifamilienhaus bis zu 1.300 €
Wohngebäude ab 3 Wohneinheiten bis zu 1.700 €
Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) bis zu 500 € zusätzlich für Beratung der WEG

Vielleicht denken Sie, die Kosten für Energieberaterinnen und Energieberater sind hoch. Das mag auf den ersten Blick tatsächlich so erscheinen, aber letztlich zahlt sie sich aus. Bedenken Sie außerdem, dass es oft Zuschüsse und Förderungen für die Energieberatung gibt. So bezuschussen beispielsweise die BAFA und KfW die Beratungsmaßnahmen.

Wie viel eine Energieberatung konkret kostet, hängt vom Umfang, der Gebäudegröße und dem Zustand des Hauses ab. Zur Orientierung:

Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit iSFP liegen die Gesamtkosten meist zwischen 1.000 und 1.500 € – von denen die BAFA bis zu 1.300 € übernimmt. In vielen Fällen bleibt also eine Eigenbeteiligung von nur wenigen hundert Euro.
Leistung Kosten (brutto)
Einfache Kurzberatung / Telefonberatung 100–300 €
Vor-Ort-Beratung ohne Sanierungsfahrplan 300–700 €
Vollständige Energieberatung inkl. iSFP 800–1.500 €
Erweiterung auf Baubegleitung (BEG) 1.000–2.500 €
Energieausweis (Verbrauchsausweis) 50–100 €
Energieausweis (Bedarfsausweis) 300–500 €

Beispiel individuell: So viel Energieverbrauch spart Dana Schulz jährlich dank Energieberater

Wie hoch die Einsparungen dank des Energieberaters letztlich sind, hängt stark vom Einzelfall ab. Im Fall von Dana Schulze, die ein 150 m² großes Einfamilienhaus mit Baujahr 1980 besitzt, sehen sie wie folgt aus:

Dana Schulz besitzt ein 150 m² großes Einfamilienhaus aus dem Jahr 1980 – Energieeffizienzklasse F. Die Heizkosten liegen bei rund 3.000 € im Jahr, die Fenster sind einfach verglast, das Dach kaum gedämmt. Ihr Energieberater analysiert das Gebäude vor Ort und erstellt einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP). Er empfiehlt drei aufeinander aufbauende Maßnahmen:

  1. Dachdämmung und Dämmung der Außenwände – um den Wärmeverlust zu reduzieren

  2. Einbau von dreifach verglasten Fenstern – für deutlich weniger Zugluft und Wärmeverlust

  3. Austausch der alten Ölheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe – als zukunftssicherer Ersatz, der auch nach dem GEG 2024 förderfähig ist

Die Investitionskosten belaufen sich auf insgesamt 48.000 €. Da Dana Schulz auf Basis ihres iSFP die Maßnahmen über die BAFA und KfW BEG fördert, erhält sie Zuschüsse in Höhe von rund 18.000 € – ihre Eigenbeteiligung liegt bei 30.000 €.

Das Ergebnis: Ihre Heizkosten sinken um rund 60% – von 3.000 € auf unter 1.200 € im Jahr. Das entspricht einer jährlichen Ersparnis von knapp 1.800 €. Die Amortisationszeit beträgt damit rund 17 Jahre. Berücksichtigt sie die geschätzte Wertsteigerung der Immobilie durch die Sanierung – Experten rechnen mit 8–12% des Immobilienwerts –, ergibt sich ein noch deutlich positiveres Bild.

Was hat sich durch das GEG 2024 geändert?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat die frühere Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst und wurde 2024 nochmals verschärft. Die wichtigste Änderung für Hausbesitzer: Neue Heizungen müssen ab 2024 zu mindestens 65% mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das betrifft in erster Linie den Einbau neuer Gas- oder Ölheizungen – diese sind nur noch unter bestimmten Bedingungen und mit Übergangsfristen zulässig.

Für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen, die je nach Gemeindegröße und Heizungsalter unterschiedlich greifen. Ein Energieberater kennt die aktuell geltenden Fristen für Ihre Region und hilft Ihnen, die gesetzlichen Anforderungen rechtzeitig und förderfähig zu erfüllen – bevor Sie von einer Frist kalt erwischt werden.

Wie finde ich einen guten Energieberater?

Bei der Energieberatung ist es wie mit allen anderen Beratungen: Sie steht und fällt mit dem jeweiligen Berater. Umso wichtiger ist es, sich einen seriösen Energieberater zu suchen. Hier sind ein paar Tipps, wie Sie diesen leichter finden:

  • Achten Sie auf eine Zertifizierung, wie sie die HWK oder DIN EN ISO 50001 ausstellt
  • Hilfreich ist, wenn der Berater eine Zusatzqualifikation als Gebäudeenergieberater hat
  • Fragen Sie gezielt nach Referenzen und nach den Erfahrungen des Beraters
  • Hinterfragen Sie, ob der Energieberater tatsächlich nicht an bestimmte Marken, Hersteller und Produkte gebunden ist
  • Suchen Sie gezielt in den Datenbanken und Verzeichnissen der BAFA oder dena nach kompetenten Energieberatern
  • Erkundigen Sie sich bei Freunden und Bekannten nach empfehlenswerten Kontakten
  • Bitten Sie die Handwerkskammern und regionale Energieagenturen um Hilfe, wenn Sie einen Experten für die Energieberatung benötigen

Weitere Aspekte der Energieberatung beim energetischen Sanieren von Gebäuden

Stetig erhält die Energieberatung durch aktuelle Entwicklungen in der Bauwirtschaft und der Technologie neue Impulse. Längst macht auch die Digitalisierung vor ihr nicht halt. So gibt es hilfreiche Tools, die ganz klar analysieren, wo in Ihrem Haus die Energie versickert und es Handlungsbedarf gibt.

Außerdem gibt es in Zeiten von Smart Home auch sogenannte Gebäudeautomationssysteme, mit denen Sie alles im Blick haben und die ganze Haustechnik zentral steuern. Damit erhält das Eigenheim quasi ein Superhirn. Dieses können Sie mit den Stadtwerken kurzschließen und dafür sorgen, dass Sie Strom dann verbrauchen, wenn er günstig ist.

Neben den finanziellen Einsparungen und dem Umweltschutz ermöglicht eine zukunftsweisende Energieberatung auch ein Plus an Wohnkomfort. Wie? Indem Luft, Tageslicht und Akustik in die Planung mit einbezogen werden. Es kann daher sehr sinnvoll sein, den Energieberater gezielt auf die Themen Digitalisierung und Gebäudeautomation anzusprechen. Auf diese Weise genießen Sie künftig ein Zuhause, das nicht nur Energie spart, sondern auch das Leben in dem Haus optimiert!

FAQ: Häufige Fragen zur Energieberatung

Ist eine Energieberatung Pflicht?
Nein – grundsätzlich ist sie freiwillig. Bei bestimmten KfW- und BAFA-Förderprogrammen für energetische Sanierungen ist das Einbinden eines zugelassenen Energieeffizienz-Experten jedoch Pflicht, wenn Sie die Förderung in Anspruch nehmen möchten.

Wie lange dauert eine Energieberatung?
Der Vor-Ort-Termin dauert je nach Gebäudegröße zwei bis vier Stunden. Bis das fertige Gutachten mit iSFP vorliegt, vergehen in der Regel zwei bis vier Wochen. Planen Sie insgesamt vier bis sechs Wochen vom Erstgespräch bis zum fertigen Fahrplan ein.

Wie finde ich einen BAFA-zugelassenen Energieberater?
Ausschließlich über die offizielle Expertenliste des Bundes unter energie-effizienz-experten.de – dort sind alle Berater aufgeführt, deren Gutachten für KfW- und BAFA-Förderungen anerkannt werden. Nur wer dort gelistet ist, darf förderrelevante Beratungen durchführen.

Lohnt sich eine Energieberatung für ein Haus Baujahr 1990?
Fast immer – gerade bei Gebäuden aus den 1970er bis 1990er Jahren schlummern erhebliche Einsparpotenziale. Viele dieser Häuser haben noch ungedämmte Außenwände, veraltete Heizsysteme und einfach verglaste Fenster. Ein Energieberater zeigt Ihnen, welche Maßnahmen sich in welcher Reihenfolge am schnellsten amortisieren.

Was kostet mich die Energieberatung nach Förderung wirklich?
Bei einem Einfamilienhaus mit vollständiger BAFA-Förderung oft weniger als 300 €. Die BAFA übernimmt bis zu 80% der Kosten – maximal 1.300 € für Ein- und Zweifamilienhäuser. Den BAFA-Antrag müssen Sie vor der Beauftragung des Beraters stellen.