Es gibt viele Gründe dafür, sich über mehr Platz im Eigenheim Gedanken zu machen. Am häufigsten ist wohl der Familiennachwuchs, aber auch das Arbeiten von zuhause aus oder ein ausladendes Hobby können ausschlaggebend dafür sein, dass sich Eigenheimbesitzer ein paar Quadratmeter mehr wünschen. Am einfachsten erscheint dann meist ein Anbau. Dafür muss allerdings etwas vom Grundstück geopfert werden. Aber wer möchte schon freiwillig die Fläche vom lieb gewonnenen Garten reduzieren. Eine Dachaufstockung lässt das Grundstück unangetastet und schafft die lang ersehnten Quadratmeter. 

Eigenheim aufstocken: Statik & bauliche Voraussetzungen

Eigenheimbesitzer sollten sich nicht überstürzt für die Idee einer Dachaufstockung begeistern. Denn bevor mit der Planung und Kostenkalkulation begonnen werden kann, sollte a) in Erfahrung gebracht werden, ob eine Dachanhebung an Ihrem Haus erlaubt ist und b) ein Fachmann prüfen, ob diese überhaupt möglich ist.

Als ersten Schritt muss sichergestellt werden, dass der örtliche Bebauungsplan dem Vorhaben keinen Strich durch die Rechnung macht. Informieren Sie sich also, welche Höhe beziehungsweise Geschosszahl im entsprechenden Gebiet erlaubt ist. Um ganz sicher zu sein, stellen Sie eine Bauvoranfrage beim zuständigen Bauamt. Ansonsten kann Ihnen auch ein Architekt Auskunft darüber geben, was erlaubt ist und was nicht.

Wenn eine Dachaufstockung behördlich grundsätzlich erlaubt wäre, geht es um die weitere Planung und dabei ist die Statik ausschlaggebend. Die zusätzliche Last eines neuen Stockwerks muss von der bestehenden Bausubstanz sicher und stabil getragen werden können. Zunächst wird des Fundament geprüft und gegebenenfalls verstärkt oder erweitert. Auch Wände und Stützen müssen die vertikale Last der neuen Etage tragen können. Hierbei kann es erforderlich sein, zusätzliche Stützen oder tragende Wände einzuziehen, um die Lastverteilung zu optimieren.

Die Dachkonstruktion selbst muss ebenfalls den neuen Belastungen angepasst werden. Verstärkungen oder der Einsatz neuer Materialien können notwendig sein, um die statischen Anforderungen zu erfüllen. Ein weiterer Aspekt ist die Durchbiegung der Decken. Diese müssen so bemessen sein, dass sie die Lasten ohne unzulässige Verformungen aufnehmen können. Eine zu große Durchbiegung könnte nicht nur die Struktur der Immobilie, sondern auch die Nutzungssicherheit beeinträchtigen.

Fachkundige Ingenieure, Architekten und Statiker sind dabei unerlässlich, um alle relevanten Faktoren zu berücksichtigen und eine solide, sichere Lösung zu entwickeln.

Baugenehmigung für die Dachaufstockung

Für eine Dachaufstockung benötigen Sie prinzipiell eine Baugenehmigung. Denn in Deutschland muss jede bauliche Veränderung, die die Statik oder die äußere Erscheinung eines Gebäudes beeinflusst, genehmigt werden. Und bei einer Aufstockung des Hauses ist das fast immer der Fall. Zusammen mit einem detaillierten Bauplan, statischen Berechnungen, einer Baubeschreibung und weiteren relevanten Dokumenten wird der Bauantrag vom Architekten bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde eingereicht.

Jetzt ist die Behörde am Zug und prüft, ob die Art der Aufstockung den baurechtlichen Vorschriften entspricht und den Bebauungsplan einhält. Eine positive Bauvoranfrage kann hierbei hilfreich sein, da sie vorab klärt, ob das Vorhaben grundsätzlich genehmigungsfähig ist.

Nachbarschaftsrecht nicht vergessen

Durch die gestiegene Gebäudehöhe ändert sich die Berechnung der Abstandsflächen, die gemäß den Bauordnungen eingehalten werden müssen. Sollten die neuen Baupläne die Abstandsflächen nicht einhalten, könnte dies zu rechtlichen Problemen und Einsprüchen der Nachbarn führen. Das Bauvorhaben sollte daher für Ihre Nachbarn nicht zur Überraschung werden. Ein frühzeitiges Gespräch am Gartenzaun kann so manche Nachbarschaftsstreitigkeit verhindern. Informieren Sie nicht nur über anstehenden Baustellenlärm, sondern besonders über die Dachausrichtung und Höhe der Aufstockung. Neben einer möglichen Verschattung vom Garten oder der Photovoltaikanlage des Nachbarn, interessieren sich Bewohner von nebenan auch sicherlich dafür, ob es durch die neue Etage zu ungewünschten Einsichten kommen kann.

Am besten holen Sie sich rechtzeitig eine Einverständniserklärung der betroffenen Nachbarn ein oder, falls möglich, eine Ausnahmegenehmigung von der zuständigen Bauaufsichtsbehörde.

Wie funktioniert eine Dachaufstockung? Der Weg zu mehr Wohnfläche

Eine Aufstockung ist meist kein Standardverfahren. Die unterschiedlichen Methoden richten sich nach dem Bestandsbau und hängen vom Zustand des Daches, der Dachform und der allgemeinen Statik ab. Bei einem Bungalow mit Flachdach ohne ausreichend tragende Wände sind andere Arbeitsschritte notwendig als bei einem zweistöckigen Einfamilienhaus mit Satteldach.

In der Praxis wird meist zwischen folgenden zwei Varianten entschieden:

1. Wohnraumerweiterung durch Kniestockerhöhung

Wenn bereits ein Dachboden vorhanden ist, dieser aber aufgrund zu geringer Höhe nicht in der gewünschten Form genutzt werden kann, kommt eine Kniestockerhöhung in Frage. Hierfür wird meist der alte Dachstuhl entfernt, der Kniestock erhöht und dann mit einem neuen Dach versehen. Gerade wenn andere Arbeiten anstehen, beispielsweise die Dachdämmung erneuert werden soll, ist diese Option in Betracht zu ziehen.

Darstellung einer Kniestockerhöhung im DachWenn das alte Dach erhalten bleiben soll, besteht aber auch die Möglichkeit, die vorhandene Dachkonstruktion mittels Hydraulikpumpen anzuheben und dann den Kniestock zu erhöhen. Hierfür wird die Dacheindeckung, also die Dachziegel oder andere Dachmaterialien, entfernt, um das Gewicht zu reduzieren und die nachfolgenden Arbeiten zu erleichtern. Nachdem die Eindeckung entfernt wurde, wird die Dachkonstruktion vorsichtig von den darunter liegenden Tragmauern getrennt. Dieser Schritt erfordert höchste Präzision, damit die Konstruktion nicht beschädigt wird.

Nun wird mithilfe von Hydraulikpumpen das gesamte Dach angehoben. Der entstehende Abstand wird durch das Setzen von Ziegelmauern oder durch Aufstellen von vorgefertigten Holzkonstruktionen gefüllt. So erhält der erhöhte Kniestock seine endgültige Form und Stabilität. Nach Abschluss dieser Schritte wird die Dacheindeckung wieder angebracht und Abdichtungs- bzw. Isolierungsarbeiten können vorgenommen werden. Fertig ist Ihr neuer, höherer Raum im Dachgeschoss!

2. Mehr Platz auf neuer Etage durch Geschossaufstockung

Noch mehr Platz gewinnen Sie durch die Aufstockung eines ganzen Geschosses. Auch bei einem Gebäude mit einem Flachdach wird diese Variante bevorzugt. Zunächst wird der bestehende Dachstuhl sowie gegebenenfalls Teile der oberen Geschossdecke abgetragen. Anschließend erfolgt die Errichtung einer neuen Geschossdecke. Diese dient dann als Fundament für das entstehende Stockwerk. Die neuen Wände werden meist aus Fertigteilen oder vormontierten Modulen aufgebaut. Auf diesen Wänden wird dann die neue Dachkonstruktion installiert.

Darstellung einer GeschossaufstockungIm nächsten Schritt beginnt der Innenausbau. Hierzu zählen das Verlegen der Fußböden, das Einziehen von Trennwänden sowie das Verputzen und Streichen der Wände. Gleichzeitig wird die Haustechnik installiert, welche die Bereiche Sanitär, Heizung und Elektroinstallationen umfasst.

Aufstocken in Holzrahmenbauweise: schnell, leicht und zukunftssicher

Wer ein Haus aufstockt, steht früh vor der Frage: Massivbau oder Holzrahmenbau? In der Praxis hat sich die Holzrahmenbauweise bei Aufstockungen klar als die häufigste Wahl durchgesetzt – und das aus gutem Grund.

Das größte Argument ist das Gewicht: Eine Aufstockung in Holzrahmenbauweise bringt deutlich weniger Last auf die bestehende Bausubstanz als eine Massivkonstruktion. Das entlastet die Statik, vereinfacht die Gründungsverstärkung und spart damit oft erhebliche Kosten. Hinzu kommt die Schnelligkeit: Vorgefertigte Holzmodule werden in der Werkstatt produziert und auf der Baustelle in kurzer Zeit montiert. Je nach Umfang ist das neue Geschoss in wenigen Tagen wetterdicht – ein großer Vorteil, wenn Sie während der Baumaßnahme im Haus wohnen möchten.

Die wichtigsten Vorteile der Holzrahmenbauweise im Überblick:

  • Geringeres Eigengewicht – schont die bestehende Statik

  • Kurze Bauzeit durch Vorfertigung der Elemente

  • Gute Dämmwerte, ideal für energieeffiziente Aufstockungen

  • Kombinierbar mit Photovoltaik und moderner Haustechnik

  • Optisch flexibel: Holz, Putz oder Verkleidung möglich

Was kostet die Holzbauweise? Die Kosten für eine Aufstockung in Holzrahmenbauweise liegen je nach Ausbaustandard bei ca. 1.200–2.000 € pro m² Nutzfläche. Sie sind damit oft günstiger als eine vergleichbare Massivbauweise – und lassen sich in vielen Fällen auch als schlüsselfertige Lösung von spezialisierten Unternehmen beauftragen.

Tipp: Fragen Sie bei der Angebotseinholung gezielt nach spezialisierten Holzbau-Unternehmen oder Generalunternehmern, die Aufstockungen aus einer Hand anbieten. Das spart Koordinationsaufwand und ermöglicht oft einen Festpreis

Das Dach beim Bungalow aufstocken für mehr Wohnraum

Der Bungalow ist bereits seit den 1960er-Jahren eine der beliebtesten Hausarten. Einer der Vorzüge liegt darin, dass sich alle Wohnräume auf einer Etage befinden und Treppensteigen komplett entfällt. Daher eignen sie sich für barrierearmes bzw -freies oder altersgerechtes Wohnen. Was aber, wenn der vorhandene Platz nicht mehr ausreicht? Selbstverständlich kann man auch einen Bungalow aufstocken. Auch hier muss erst einmal eine Baugenehmigung eingeholt werden. Dann wird der vorhandene Dachstuhl des Bungalows entfernt. Dies ermöglicht die Errichtung eines neuen Stockwerks, das auf die bestehende Gebäudehülle aufgesetzt wird.

Die neuen Wände und Decken werden dabei oft in Leichtbauweise erstellt, um das Gewicht möglichst gering zu halten. Denn bei Bungalows ist damit zu rechnen, dass beim Neubau meist wenig tragende Wände eingeplant wurden und daher häufig weitere statische Maßnahmen auf die Hausbesitzer zukommen.

Haus aufstocken ohne auszuziehen – ist das möglich?

Eine der häufigsten Fragen, die Bauherren vor einer Aufstockung stellen: Muss ich während der Baumaßnahme ausziehen – oder kann ich im Haus wohnen bleiben?

Die gute Nachricht: In vielen Fällen ist es möglich, während der Aufstockung im Haus zu bleiben. Das hängt jedoch stark von der Methode und dem Umfang der Maßnahme ab.

Kniestockerhöhung: Wenn das Dach angehoben wird, ist das Haus für kurze Zeit offen. Erfahrene Baufirmen arbeiten in dieser Phase besonders zügig und sichern den offenen Bereich unmittelbar ab. Die eigentliche Einschränkung ist der Baustellenlärm und -staub – nicht die Sicherheit. Viele Eigentümer bleiben während einer Kniestockerhöhung im Haus.

Geschossaufstockung: Hier ist der Eingriff größer. Da Teile der Decke abgetragen werden, ist das Erdgeschoss vorübergehend nicht vollständig geschlossen. Je nach Baufortschritt und Jahreszeit kann das bedeuten, dass einzelne Zimmer vorübergehend nicht nutzbar sind. Ein Ausweichen in andere Hausbereiche oder ein kurzzeitiges Ausquartieren für wenige Wochen ist oft der pragmatischere Weg.

Wie lange dauert eine Aufstockung? Als grobe Orientierung:

Maßnahme Baudauer (grob)
Kniestockerhöhung 4–8 Wochen
Geschossaufstockung (Holzrahmenbau) 8–16 Wochen
Geschossaufstockung (Massivbau) 12–20 Wochen

Was kostet eine Dachaufstockung?

Zunächst die gute Nachricht: Eine Dachaufstockung ist in der Regel günstiger als ein Anbau ans bestehende Haus. Die Preisspanne ist aber enorm – je nach Projekt können die Kosten für eine Dachaufstockung vom oberen vierstelligen Bereich bis zum unteren sechsstelligen Bereich reichen. Lassen Sie uns zum besseren Verständnis eine Beispielkalkulation* ansehen:

In einem Haus mit einer Grundfläche von 100 m² soll eine Kniestockerhöhung realisiert werden. Das Dach wird um 120 cm angehoben.

Leistung Preis
Leistung Preis
Statiker / Architekt und Baugenehmigung 1.500 €
Konstruktionsarbeiten (Anhebung & Verstärkung des Kniestocks, Anpassungen der Dachkonstruktion) 15.000 €
Dachdeckerarbeit (inkl. Material) 18.000 €
Innenausbau (inkl. Elektro, Sanitär, etc.) 8.500 €
Wärmedämmung und Fassadenarbeiten 5.000 €
Weitere Kosten (Gerüstbau, Baustellensicherung etc.) 2.500 €
Gesamt 50.500 €

Eine Geschossaufstockung ist mit umfangreicheren Baumaßnahmen verbunden als eine Kniestockerhöhung und somit kostenintensiver. Die Preisspanne reicht hierbei von mittleren fünfstelligen bis zu unteren sechsstelligen Beträgen. Um dies zu verdeutlichen, betrachten wir auch hier einmal eine Beispielkalkulation*:

In einem Haus mit einer Grundfläche von 100 m² soll ein vollständiges neues Geschoss hinzugefügt werden.

Leistung Preis
Statiker / Architekt und Baugenehmigung 2.500 €
Abriss des bestehenden Dachs 10.000 €
Konstruktion der neuen Geschossdecke 15.000 €
Bau der tragenden Wände und Dachstuhl 45.000 €
Innenausbau (inkl. Elektro, Sanitär, etc.) 25.000 €
Wärmedämmung und Fassadenarbeiten 12.000 €
Weitere Kosten (Gerüstbau, Baustellensicherung etc.) 2.500 €
Gesamt 112.000 €

Kosten im Überblick: Orientierungswerte auf einen Blick

  • Statische Anforderungen – je mehr Verstärkung nötig ist, desto teurer

  • Region – in Ballungsräumen sind Handwerkerkosten deutlich höher

  • Ausbaustandard – einfacher Standard vs. hochwertige Innenausstattung

  • Gleichzeitige Maßnahmen – wer ohnehin das Dach erneuert, spart Kosten durch Synergien

Festpreisangebote: Immer mehr spezialisierte Unternehmen bieten Hausaufstockungen schlüsselfertig zum Festpreis an. Das gibt Planungssicherheit, setzt aber voraus, dass der Leistungsumfang vor Vertragsabschluss präzise definiert ist. Lassen Sie sich mindestens drei Angebote einholen und achten Sie darauf, dass Statik und Baugenehmigung im Preis enthalten sind.

Maßnahme Kosten gesamt (100 m² Grundfläche) Kosten pro m² Nutzfläche
Kniestockerhöhung ca. 40.000–65.000 € ca. 800–1.300 €
Geschossaufstockung (Holzrahmenbau) ca. 80.000–130.000 € ca. 1.200–2.000 €
Geschossaufstockung (Massivbau) ca. 100.000–160.000 € ca. 1.500–2.500 €

*Bitte beachten Sie, dass diese Kostenaufstellungen nur ein Beispiel sind und die tatsächlichen Preise je nach Projekt, Region und weiteren Faktoren variieren.

Hausaufstockung fördern lassen: Was ist möglich?

Gesetzlich verpflichtend ist kein Förderprogramm für eine Aufstockung – aber kombinieren Sie die Baumaßnahme mit energetischen Verbesserungen, öffnen sich mehrere Fördertöpfe.

KfW-Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
Wenn Sie im Zuge der Aufstockung gleichzeitig die Dämmung verbessern, eine neue Heizungsanlage einbauen oder die Gebäudehülle energetisch ertüchtigen, können einzelne Maßnahmen über das KfW-Programm BEG Einzelmaßnahmen gefördert werden. Die Förderung besteht aus einem zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss von bis zu 20% der förderfähigen Kosten.

BAFA-Förderung
Wer im Zuge der Aufstockung eine neue Heizung auf Basis erneuerbarer Energien einbaut (z. B. Wärmepumpe, Pelletheizung), kann über die BAFA einen Zuschuss von bis zu 70% der förderfähigen Kosten erhalten – je nach Ausgangssituation und Kombination der Maßnahmen.

Wichtig: Für beide Förderungen gilt – den Antrag müssen Sie vor Baubeginn stellen. Eine nachträgliche Förderung ist ausgeschlossen. Für BEG-Förderungen ist außerdem ein zugelassener Energieeffizienz-Experte Pflicht.

KfW 159 – Altersgerecht umbauen
Wer im Rahmen der Aufstockung gleichzeitig barrierefreie Maßnahmen umsetzt – etwa einen Aufzug, bodengleiche Duschen oder Türbreiten von mindestens 90 cm – kann zinsgünstigen Kredit über das Programm KfW 159 beantragen.

Tipp: Lassen Sie sich frühzeitig von einem Energieeffizienz-Experten oder Ihrer Hausbank beraten, welche Kombination aus Aufstockung und Fördermaßnahmen sich in Ihrem Fall am meisten lohnt. Mit dem richtigen Mix lässt sich die Eigenbelastung deutlich reduzieren.

Unser Fazit zur Aufstockung eines Gebäudes

Egal, ob Dachaufstockung oder Kniestockerhöhung: Beides sind lohnenswerte Möglichkeiten, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, ohne den Garten zu verkleinern.

Die Dachaufstockung schafft ein komplett neues Stockwerk, was erheblich mehr Wohnfläche bedeutet. Trotz der höheren Kosten und des größeren Bauaufwands lohnt sich die Investition langfristig, da sie den Immobilienwert deutlich erhöht.

Die Kniestockerhöhung ist meist kostengünstiger und weniger invasiv. Sie eignet sich gut für kleinere Erweiterungen und kann schneller umgesetzt werden. Damit ist sie ideal für Projekte mit begrenztem Budget und Zeitrahmen. Auch hier führt die zusätzliche Wohnfläche zu einer Wertsteigerung der Immobilie.

Die Wahl hängt von den individuellen Plänen und den baulichen Gegebenheiten ab.

FAQ: Häufige Fragen zur Hausaufstockung

Kann man einen Bungalow aufstocken?
Ja – grundsätzlich ist das möglich. Allerdings gilt beim Bungalow besondere Vorsicht bei der Statik: Da Bungalows für ein eingeschossiges Bauen ausgelegt sind, wurden bei vielen Bauten wenige tragende Wände eingeplant. Vor jeder Bungalow-Aufstockung ist ein Statiker Pflicht. Häufig bietet sich die Holzrahmenbauweise an, weil sie das Gewicht des neuen Geschosses minimiert.

Brauche ich für eine Kniestockerhöhung eine Baugenehmigung?
Ja – in nahezu allen Bundesländern. Sobald Sie die äußere Erscheinung oder Statik eines Gebäudes verändern, ist eine Baugenehmigung erforderlich. Die genauen Regeln variieren je nach Bundesland. Stellen Sie eine Bauvoranfrage beim zuständigen Bauamt, bevor Sie mit der Planung beginnen.

Was ist teurer – Dachaufstockung oder Kniestockerhöhung?
Die Geschossaufstockung (komplett neues Stockwerk) ist deutlich teurer. Sie kostet für ein 100-m²-Haus typischerweise 80.000–160.000 € – gegenüber 40.000–65.000 € für eine Kniestockerhöhung. Dafür gewinnen Sie bei der Geschossaufstockung erheblich mehr Nutzfläche.

Kann ich während der Aufstockung im Haus wohnen bleiben?
Bei einer Kniestockerhöhung: meistens ja. Bei einer vollständigen Geschossaufstockung: eingeschränkt. Die kritische Phase dauert in der Regel nur wenige Tage bis Wochen – solange das Haus geöffnet ist. Danach ist die Baustelle zwar laut und staubig, aber das Wohnen im Erdgeschoss ist wieder uneingeschränkt möglich.

Wann lohnt sich eine Aufstockung gegenüber einem Anbau?
Eine Aufstockung lohnt sich vor allem dann, wenn das Grundstück keine Reserven mehr hat oder Sie den Garten nicht verkleinern möchten. Ein Anbau ist in der Planung oft unkomplizierter, weil die Statik des Bestandsgebäudes nicht berührt wird. Beim Preis liegen beide Varianten oft nah beieinander – entscheidend sind die Gegebenheiten vor Ort.

Aktualisiert im Juni 2026